Wer muss Hepatitis-Impfungen für MFA zahlen

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Wer muss Hepatitis-Impfungen für MFA zahlen

Beitragvon schroers » 28 Jul 2011, 17:22

Frage aus der Praxis:
Bei medizinischen Berufen wird nicht nur die Hepatitis B Impfung empfohlen, sondern auch die Hepatitis A. Muss die auch der Arbeitgeber bezahlen? Und wenn ja, wo kann man das nachschlagen?

Antwort der Redaktion:
Sie haben Recht und das ist ja auch in Impdoc so umgesetzt: „gefährdetes Personal im Gesundheitsdienst“ sollen eine Hep. A und eine Hepatitis B–Impfung erhalten. Unter "Personal" ist medizinisches oder anderes Fach- und Pflegepersonal sowie Küchenpersonal, technischer und Reinigungs- bzw. Rettungsdienst zu verstehen. Sie finden das in der Schutzimpfungsrichtlinie (SiR) des G-BA >>>

Zur Kostenpflicht bei der Hepatitis A - Impfung sagt der G-BA in der SiR:
„Eine erhöhte berufliche Gefährdung durch Hepatitis A begründet in folgenden Bereichen keinen Leistungsanspruch gegenüber der GKV:
Nach der Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge (ArbMedVV) besteht ein spezieller Anspruch gegen den Arbeitgeber aufgrund eines erhöhten beruflichen Risikos. Das ist in den folgenden in Teil 2 der ArbMedVV genannten Bereichen bei den aufgeführten Expositionsbedingungen der Fall:
1. Behinderteneinrichtungen, Kinderstationen (Tätigkeiten mit regelmäßigem Kontakt mit Stuhl im Rahmen der Pflege von Kleinkindern oder der Betreuung von behinderten Personen);
2. Stuhllaboratorien (regel-mäßige Tätigkeiten mit Stuhlproben);
3. Kläranlagen, Kanalisation (Tätigkeiten mit regelmäßigem Kontakt zu fäkalienhaltigen Abwässern oder mit fäkalienkontaminierten Gegenständen);
4. Forschungseinrichtungen/ Laboratorien (regelmäßige Tätigkeiten mit Kontaktmöglichkeit zu infizierten Proben oder Verdachts-proben bzw. zu erregerhaltigen oder kontaminierten Gegen-ständen oder Materialien). „


Zur Kostenpflicht bei der Hepatitis B - Impfung sagt der G-BA in der SiR:
Eine erhöhte berufliche Gefährdung durch Hepatitis B begründet in folgenden Bereichen keinen Leistungsanspruch gegenüber der GKV:
Nach der Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge (ArbMedVV) besteht ein spezieller Anspruch gegen den Arbeitgeber aufgrund eines erhöhten beruflichen Risikos. Das ist in den folgenden in Teil 2 der ArbMedVV genannten Bereichen bei den aufgeführten Expositions-bedingungen der Fall:
1. Einrichtungen zur medizinischen Untersuchung, Behandlung und Pflege von Menschen und Betreuung von Behinderten, einschließlich der Bereiche, die der Versorgung bzw. der Aufrechterhaltung dieser Einrichtungen dienen (Tätigkeiten, bei denen es regelmäßig und in größerem Umfang zu Kontakt mit Körperflüssigkeiten, -ausscheidungen oder -gewebe kommen kann; insbesondere Tätigkeiten mit erhöhter Verletzungsgefahr oder Gefahr von Verspritzen und Aerosolbildung);
2. Notfall- und Rettungsdienste (Expositionsbedingungen wie vor);
3. Pathologie (Expositionsbedingungen wie vor);
4. Forschungseinrichtungen/ Laboratorien (regelmäßige
Tätigkeiten mit Kontaktmöglichkeit zu infizierten Proben oder Verdachtsproben bzw. zu erregerhaltigen oder kontaminierten Gegenständen oder Materialien).


Insofern ist die GKV für die Kostenübernahme der Hepatitis A bei allen Berufsgruppen aus dem Gesundheitsdienst zuständig, also auch für MFA und Ärzte, bei der Hepatitis B muss allerdings der Praxisinhaber die Impfung seiner Angestellten bezahlen.

Wir haben eine Anfrage beim GKV gestartet - die Antwort steht noch aus.

Wir würden uns freuen, wenn Sie Ihre Erfahrungen und Meinungen mitteilen! ;)
Dr. med. Hans-Jürgen Schrörs
Institut für medizinische Information
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