Stiftung Warentest gibt eigene Impfempfehlungen

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Stiftung Warentest gibt eigene Impfempfehlungen

Beitragvon Hotline » 04 Apr 2012, 06:37

Stiftung Warentest gibt als Verbraucherschutzorganisation eigene Impfempfehlungen heraus (siehe Ausgabe 3/2012). Haben wir eine neue öffentlich geförderte Instanz neben STIKO, G-BA und Länderkommissionen?

Unser Kommentar
Das ist neu: Die STW testet "zum Schutz des Verbrauchers" die STIKO-Empfehlungen! Aber wo findet man die Vergleichspartner, sozusagen die Mitbewerber, so wie wir es bei der STW von Kosmetika und Sonnenliegen kennen? Nimmt man die Satzung der STW (zu finden unter http://www.test.de), so ist der Zweck der Stiftung die "Förderung von Verbraucherschutz". Die Betonung liegt auf "Schutz". Der Stiftungszweck soll verwirklicht werden durch "…Untersuchungen, in der Regel vergleichender Art […] nach wissenschaftlichen Methoden und in einem […] Ausmaß, die die Stiftung selbst durchführt oder von geeigneten Institutionen nach ihren Weisungen durchführen lässt…". Bezogen auf die Beurteilung der STIKO-Empfehlungen stellt sich die grundsätzliche Frage, wieso muss der Verbraucher (hier der Impfling) vor öffentlichen Empfehlungen geschützt werden? Aber auch über inhaltliche Mängel wundert man sich. Was ist mit den Empfehlungen der Länder? Welche wissenschaftlichen Methoden haben zu den Empfehlungen der STW geführt? Was bewegte die STW, auf die so wichtigen Nachholimpfungen bis zum 18. Lebensjahr zu verzichten? Die Stiftung hält sich auf Nachfrage zur Methodik bedeckt. Vielmehr spricht sie als vermeintliche Instanz "ex cathedra". Gestützt auf einen Fachbeirat verstehen sich die beiden Expertinnen quasi als oberste Impfkommission. Leider hat das nichts mit Transparenz und "evidenzbasierter Medizin" zu tun, so wie wir das zum Thema "Impfen" ganz besonders fordern und von den Empfehlungen der STIKO kennen. Wer "testet" jetzt die STW? Die STW und die Stifterin müssen sich die Frage gefallen lassen, ob in diesem Fall der Stiftungszweck verfehlt wurde. Übrigens: die Stiftung wird aus öffentlichen Mitteln gefördert.

Quelle: www.impfbrief.de
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